Berührungen im Jänner

In den sehr besinnlichen und ruhigen Rauhnächten 2017/2018 habe ich jeden Tag eine Karte aus den „Farben der Naturengel“ von Darsho M. Willing gezogen – für jeden Monat des neuen Jahres 2018. Der Jänner steht für „Berühren“. Was berührt mich, was rührt mich an, was berühre ich gerne, wie rühre ich mein Essen… Diese Fragen habe ich mir im Jänner gestellt.

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich damit, mein Leben (wieder) einfacher zu gestalten – Minimalismus heißt das Zauberwort. Entlasten, verkleinern einerseits – ich habe mich von vielen Büchern getrennt, was vor einigen Jahren noch unvorstellbar gewesen wäre, in meinem Haushalt gibt es keinen Fernseher, von Kleidung, Schuhen usw. – Einfachheit andererseits – ich stelle meine Kosmetikprodukte selbst her, Kastanien statt Waschpulver, ausgepresste Zitronen werden zum Putzmittel verwertet, Abschnitte von Gemüsen werden zu einer wunderbaren Suppe verkocht („Leaf to Root“ heißt ein Buch darüber, bzw. für Fleischesser „Nose to Tail“).

Und gerade im Jänner treffe ich auf eine Dokumentation über 2 Schwestern, die in einer Einfachheit lebten, die mich sehr berührt. 1999 leben sie ohne fließendem Wasser im Haus, sie haben fast alles, was sie zum Leben brauchen im Stall und Garten. Sie betreiben noch im hohen Alter ein kleines Sägewerk und sind glücklich in ihrer Klarheit und Zufriedenheit. Die beiden erinnern mich an meine Jugend, an meine Großeltern und mir wird das Ausmaß des Konsumwahns bewusst, in dem ich mich trotz bereits begonnener Reduktion befinde.

Du hast es gut verstanden – es geht nicht darum, die vergangenen Zeiten zu verherrlichen!

Meine Freundin wird Imkerin – nein, sie ist eine Bienenschamanin.  Ihr erster Honig gelingt herrlich. Durch sie beschäftige ich mich intensiver mit diesen wunderbaren Tieren und der Weg dazu führt natürlich in die Buchhandlung. Und dann fällt mir ein Buch in die Hände – „Der Weg des Bienenschamanen“. Zufall? Und darauf folgt „Die Geschichte der Bienen“ – was passiert mit uns, wenn die Bienen aussterben, wenn sie dem Raubbau der Erde, den Giften, denen wir sie aussetzen nicht mehr standhalten können? Indem wir die Bienen vernichten, vernichten wir uns selbst. Wie schön, dass es Menschen wie meine Freundin gibt. Die Liebe und Wertschätzung, die sie ihren Bienen entgegenbringt, die wunderschön gestalteten Bienenstöcke, der liebevoll abgefüllte Honig – berühren mein Herz.

www.michaelahauser.at

Noch ein Thema kommt in diesem Monat auf mich zu – ein Kinderprojekt in Kolumbien.  Mit Carmen – sie ist aus Sincelejo und hat gemeinsam mir ihrem Mann Peter (der leider inzwischen verstorben ist) das Projekt gegründet – habe ich bereits Kontakt und ich wünsche mir sehr, 2019 einige Monate nach Kolumbien zu gehen um Carmen und die Kinder zu unterstützen. Es gibt so viele wunderbare Menschen auf dieser Welt. Ich meine, es sollte viel öfter über sie berichtet werden. Hier kannst du alles über die „Calle Frìa“ lesen. Dieses Projekt berührt mich sehr!

Carmen schreibt mir darüber: „Opino que es un proyecto sencillo ya que no necesitamos una infraestructura grande. Nueastra labor es aportar un granito de arena en la educación de los niños que tienen menos posibilidades de superar la comprensión del aprendizaje“.
„Ich denke, dass es ein einfaches Projekt ist, da wir keine große Infrastruktur benötigen. Unsere Arbeit soll etwas zur Bildung der Kinder beitragen, die wenig Möglichkeiten haben ihren Zugang zum Lernen zu verbessern.“

http://callefria.gundelfisch.de/index.html

Carmen und die Kinder der Calle Fría.

Was berühre ich gerne?

(M)einen Baum, Pflanzenwesen, Steinwesen, Tiere, Erde, Bücher.

Begonnen hat dieses Jahr mit Cerridwen, der großen keltischen Schöpfunsgöttin die in ihrem Kessel die Ursuppe rührt und rührt und das hervorkommen lässt, was gerade wichtig für uns ist. Und so geht es auch darum, wie ich mein Essen rühre: hastig und mit negativen Gedanken, Sorgen und Ärger, mit der Vergangenheit oder Zukunft beschäftigt oder mit viel Liebe, Humor und guten Wünschen?

Was berührt dich? Wie rührst du dein Essen? Was oder wen berührst du gerne?

Die Karte ist von Andrea Dechant https://artedea-orakel.jimdo.com/

Was hat Cerridwen für dich in ihren Kessel gerührt?

2 Gedanken zu „Berührungen im Jänner

  1. Ein wunderbarer Artikel, vielen Dank dafür Sigrid. Noch habe ich die externen Verlinkungen nicht besucht, aber das folgt noch und ich bin gespannt, mit welchen Menschen du seit Neuem in Verbindung bist. Was mich berührt? Manchmal strömt so viel Gefühl (Liebe?) in mein Herz dass ich den Tränen nahe bin und doch gleichzeitig springen und hüpfen könnte. Zum Beispiel beim Knuddeln von Babies, bei Umarmungen in der Familie oder von Freunden, wenn ich in der Arbeit mit alten Menschen Wertschätzung erfahre (auch wenn ich es oft nur durch deren Augen wahrnehmen kann). Es gäbe noch weit viel mehr zu erwähnen.
    Ich bin beeindruckt wie du dein Leben gestaltest und dich immer wieder neu entdeckst.

    1. Liebe Birgit,
      vielen lieben Dank für deine so berührenden Gedanken zu meinen Jänner-Berührungen. Ich freue mich, dich zu kennen! Fühle dich umarmt.

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