Reisen

Uruguay 2018

Teil 1

Meine Seele möchte nach Uruguay – und das schon seit vielen Jahren. Damals war es allerdings eher ein Traum und mein Kopf wollte das auch nicht so recht wahrhaben. Warum gerade Uruguay? Und der Kopf hat dann auch gleich ein Programm entwickelt – Argentinien, Chile, Peru – wenn schon Südamerika, dann gleich intensiv und für längere Zeit. Und Uruguay – nein, das war nicht dabei. Vielleicht ein kurzer Abstecher von Buenos Aires nach Montevideo. Damit hat es sich auch.

Es kommt alles anders – und genau so, wie meine Seele es will. Am 28.02.2018 ist es soweit. Ich reise über Buenos Aires nach Uruguay – 1 Monat lang werde ich dieses Land erleben, einatmen, fühlen. Meine Vorbereitungen – jetzt beinahe abgeschlossen – beginnen etwas anders – erst buche ich das Hotel in Buenos Aires, dann ein Airbnb in La Paloma (ca. 180 km östlich von Montevideo) und langsam taste ich mich an die genaue Planung heran. Booking.com ist meine bevorzugte Seite. Gerade rechtzeitig erscheint der erste Reiseführer für Uruguay, ich lese „Spanisch für Uruguay“, besuche einige Abende einen Kurs für Tango Argentino bei www.satho-tango.at und kaufe eine Trommel für meine Reise bei www.urturm.at.

Sehr intensiv habe ich nach dem passenden Rucksack gesucht. Im Laufe der Recherchen habe ich gelernt, dass ich eine Backpackerin mit upgrade (also eine Flashpackerin) bin. Mein Rucksack ist gleichzeitig ein Trolley und eine Reisetasche. So bin ich gut gerüstet mit meinem Osprey Sojourn 80. Gekauft habe ich ihn über www.markenkoffer.de und bin mit der Abwicklung sehr zufrieden. Packlisten finden sich auf unzähligen Backpacker-Blogs:  Packe für 7 Tage Wäsche, einige T-Shirts, 2 Röcke, 2 kurze Hosen, zumindest 1 lange Hose (ich habe noch 3 Kleider dabei), eine warme Jacke. Sehr unkompliziert sind meine Kosmetika – ich mache ja alles selbst und viele Zutaten bekomme ich unterwegs.

Im Reisegepäck sind auch 4 Runen. Die klassische Reiserune Raido, die Schutzrune Algiz, die Begeisterungsrune Kaunaz und die Unsichtbarkeitsrune Dagaz.

Teil 2

Es ist soweit – ich bin bestens vorbereitet. Der Rucksack ist gepackt, alle Dokumente bereit (+ 1 Kopie für alle Fälle). Der Flug nach Madrid dauert 3 Stunden und ist der Beginn der langen Reise, denn in Madrid habe ich 8 Stunden Wartezeit. In Wien ist es sehr kalt (- 11 Grad) – ich kann es kaum erwarten, in wärmere Länder zu kommen. In Madrid gelingt es mir, Argentinische Pesos zu kaufen (das ist in Wien nicht möglich – habe ich nicht für möglich gehalten, ist jedoch so). Lesen, durch die Läden spazieren, ein bisschen essen – so vergeht die Zeit. Ich habe für den langen Flug – immerhin 12 Stunden – einen guten Platz reserviert und habe auch Glück mit meinem Sitznachbarn. Es ist schon spät – 23:40 ist Abflug – also schlafen, was mir immer wieder gut gelingt.

In Buenos Aires geht es zunächst zum Schalter für Ausländer und Touristen und ich lerne, dass es wenig Sinn hat, nur mit Handgepäck zu reisen, denn hier müssen sich alle anstellen. Eine lange Schlange – es ist kaum zu glauben, dass es doch vorangeht und in einer Stunde habe ich es geschafft. Augenlinsenfoto, Fingerabdruck, Dokumente sind erledigt, Auskunft über Hotelname und Zweck meiner Reise gegeben und nun darf ich meinen Rucksack abholen. Das geht durch die vorherige Wartezeit ziemlich schnell.

Mein vorab reserviertes Taxi ist nicht da, also noch mal anstellen und ein „offizielles“ Taxi buchen. Das ist hier ratsam, denn es gibt viele Taxis ohne Zulassungen. Der Preis für das Taxi wird vorab bezahlt, also ist es Sache des Unternehmens, wie lange die Fahrt dauert. Und die Fahrt dauert sehr lange, denn der Präsident ist mit Pferden und Trompeten in der Stadt unterwegs und es ist alles abgesperrt. So muss ich die letzten Straßenzüge zu Fuss zum Hotel gehen.

Ein sehr großes Zimmer mit 3 Betten erwartet mich, doch es gibt ein weiteres Problem. Mein Rucksack-Schloss lässt sich nicht öffnen. So habe ich einige praktische Dinge zu erledigen und darf auch gleich die Freundlichkeit der Argentinier kennen lernen. Eine kleine Säge löst mein „Schlossproblem“ und eine neue SIM-Karte ermöglicht mir die ersten Anrufe nach Hause.

Ein kurzer Ausflug in der Stadt führt mich sogleich an einigen Tangoschuh- und Tangokleiderläden vorbei. Ich genieße die Wärme – hier 28 Grad, esse eine Kleinigkeit und damit endet mein erster Tag in Buenos Aires, der Stadt, die ich immer mehr lieben werde.

Teil 3

Mein 2. Tag in Buenos Aires beginnt sehr früh. Um 7:00 gehe ich los – direkt ins Zentrum. Diese Stadt ist ideal für Orientierungslose, wie mich. Die schachbrettartig angeordneten Straßen lassen mir keine Möglichkeit, mich zu verirren.  Die Gehsteige sind teilweise mit  Vorsicht zu begehen und an vielen Ecken liegen Obdachlose auf Matratzen oder auf Schachteln. Zumindest haben sie es warm hier. Irgendwo habe ich vor meiner Abreise gelesen: „Mieten Sie in Buenos Aires kein Auto, außer Sie wünschen den Tod“ – Hier wird gehupt, überholt, eigene Spuren werden kreiert und gehupt und gehupt. Eine quirlige, lärmige Stadt und trotzdem sind die Menschen sehr freundlich und hilfsbereit.

Ich lerne Dankbarkeit und Demut! Auf mich wartet ein wunderbares Frühstück und dann die Einkaufsstraße Florida. Nach einer kurzen Rast in einem der wunderschönen Kaffeehäuser geht es weiter zur Plaza de Mayo und dann durch die wunderschöne Avenida de Mayo mit den herrlichen Prachtbauten und alten Cafés zurück.

Vorbei am Obelisk und am Teatro Colón. Um eine Karte für eine Führung im Teatro zu bekommen, stehen die Menschen in langen Schlangen. Ebenso, um im Café Tortoni einen Platz zu ergattern. Ich bleibe gelassen und übergeben beides dem Schicksal.

Teil 4

Am 3. Tag geht es zum Friedhof „Cementerio de la Recoleta“ Der Weg führt mich durch elegante Wohnviertel und Geschäfte. Der Friedhof ist wunderschön und natürlich gehe ich – so wie viele andere auch – zum Grab von Evita Perón.

Danach geht es endlich zum Frühstück. Ich wähle das bekannte Café La Biela. Es ist ein historisches Terrassencafé und war bei den Intelektuellen der Stadt sehr beliebt. Der lange Weg dorthin hat sich gelohnt. Das Café ist wunderschön und die heiße Schokolade herrlich.

Morgen geht es weiter nach Montevideo.

Teil 5

Zum vorläufigen Abschied – ich komme ja vor meinem Rückflug nach Wien noch mal vorbei – schenkt mir Buenos Aires einen wunderbaren Tag. Ich gehe früh genug weg, um im Tortoni einen Platz zu bekommen – und es gelingt – das Schicksal meint es gut mit mir. Ich freue mich auf Schokolade mit Churros (die herrlichen, in Schmalz gebackenen Süßigkeiten, die in die Schokolade getunkt gegessen werden).

Danach bin ich bereit für einen Besuch im Shopping Center – es ist wirklich ein Shopping Center der Superlative. Viele argentinische Designer verkaufen hier ihre Produkte, aber natürlich fehlen die gängigen Modemarken nicht. Hier vereint sich Kaufhaus mit Kunst und wunderbarer Gestaltung.

Die Krönung des Tages – ich singe mit zwei sehr netten Damen (beide sprechen weder Englisch noch Deutsch) und einem Straßenkünstler wunderschöne, herzzerreissende Liebeslieder.

Mit „Zampa por vos“ geht ein herrlicher Tag zu Ende.

Teil 6

Die Überfahrt mit der Fähre ist unspektakulär. Das große Fährschiff ist zur Hälfte ausgebucht. Es gibt also Platz genug für alle. Lustig finde ich die „Überschuhe“, die wir ausgehändigt bekommen.

Bei der Ankunft warten genügend Taxis. Hier ist alles perfekt organisiert. Ein Herr bugsiert alle der Reihe nach in die wartenden Wagen. In Uruguay ist eine Glasscheibe zwischen Fahrer und Rücksitz und das Geld wird in einer kleinen Box übergeben.  Ich werde direkt und schnell in mein Hotel gebracht. Der Empfang ist sehr herzlich, der Rezeptionist freut sich, mit mir Englisch sprechen zu können. Mein Zimmer liegt im 6. Stock – ich nenne es gleich liebevoll mein „Turmzimmerchen“. Es ist wesentlich kleiner als das große Dreibettzimmer in Buenos Aires, jedoch mit Aussicht auf den Río de la Plata.

Die ersten Lösungen wollen gefunden werden, denn ich kann mit meiner Bankomatkarte (trotz Deaktivierung von GeoControl – so sagt es die Dame der Easy-Bank) nicht abheben.

Zunächst kaufe ich mir die Uruguayische SIM-Karte bei Antel. Dort werde ich sehr aufmerksam und zuvorkommend bedient. Schnell kommt es zu Kontakten mit anderen Kundinnen. Visa funktioniert ja zum Glück.

Noch habe ich Argentinische Pesos und gehe in ein vom Reiseführer empfohlenes Restaurant „Viejo Sancho“ und es schmeckt hervorragend.

Ich probiere es noch bei unzähligen weiteren Bankomaten, jedoch ohne Erfolg. Dank meiner Schwester bekomme ich Geld über Western Union. Ich schreibe an meine Bank und bin gespannt, was ich als Antwort bekomme.

Trotz der Aufregungen habe ich Zeit mich ein bisschen umzusehen. Es regnet zwischendurch mal, da stellt man sich einfach unter und wartet. Bald scheint die Sonne wieder und das Leben nimmt seinen Gang.

Teil 7

Buenos Aires hat mich feurig umarmt, Montevideo sanft berührt. Hier ist alles langsamer, leiser. Ich habe noch keine Autohupe gehört. Und langsamer und leiser erobert Montevideo auch mein Herz. Viele Menschen, vor allem Männer gehen hier mit ihrer Mate-Tee-Ausrüstung. Heute gehe ich zunächst an die Rambla und anschließend durch eine der Hauptstraßen der Altstadt zurück.

Gemütlich auf einer Parkbank die Sonne genießen – Montevideos Ruhe und Gelassenheit überträgt sich bereits auf mich.

Im Teatro Solis, dem ersten großen Theater Lateinamerikas, gibt es heute eine Gratisführung – ich bin ein Glückspilz.

In einem kleinen Bio-Lokal esse ich zu Mittag. Auch hier werde ich sehr herzlich empfangen. Eine Mitarbeiterin spricht mit mir Englisch und erzählt, dass ihre Tante aus Wien gerade zu Besuch ist. Das Essen ist herrlich und ich verspreche, wieder vorbeizukommen. Den Nachtisch – eine Karottentorte – nehme ich mit.

Denn nun warte ich gemütlich auf den Stufen vor dem Teatro Solis – ab 15:00 Uhr werden Karten verkauft – ob ich Glück habe und ja! – ich bekomme eine Karte für eine Aufzeichnung aus der MET für Rossinis Semiramide! Ein wunderbarer Platz zu umgerechnet ca. 12! Euro.

Teil 8

Unterwegs Richtung Cordón schaffe ich es bis zum Parque Battle, vorbei am Café Monteviedo, Mercado de la Abundancia und Obelisco de los Constituyentes ruhe ich mich gemütlich im Park aus und höre den Vögeln zu.

Am Rückweg kaufe ich mir Bioeis im Mercado de la Abundancia (Markt des Überflusses) und auch da komme ich mit der Verkäuferin ins Gespräch. Sie war schon in Wien und Salzburg und freut sich, mit mir zu plaudern. Es ist so leicht, mit den Menschen hier ins Gespräch zu kommen.

Zu Mittag gibt es wieder den Tagesteller in „meinem“ Lieblings-Bio-Lokal und dann geht es noch Richtung Hafen zum Mercado del Puerto. Ich bin tatsächlich überwältigt vom Angebot an Asados hier. Ich beschließe, am nächsten Tag dort zu essen.

Der Besuch im Museum für präkolumbische und indigene Kunst schließt mein Tagesprogramm.

Teil 8

Heute beginnt mein Tag wieder an der Rambla, doch diesmal geht es Richtung Strand. Am Morgen hat es noch angenehm kühle 18 Grad hier. Viele sind unterwegs zum Joggen, mit den Hunden oder mit dem Fahrrad. Es ist zwar viel Verkehr auf der Rambla (die doch eine 6-spurige Fahrbahn ist), jedoch gibt es hier keinen Verkehrsstau.

Hier wird gemütlich gefischt.

Auch das ist Uruguay. Wie in Buenos Aires gibt es immer wieder Obdachlose, die auf den Straßen schlafen.

Der Strand ist herrlich und ich genieße es, das Wasser des Flusses auf meiner Haut zu spüren. Unzählige kleine Muscheln verteilen sich im weißen Sand.

Anschließend besuche ich den Parque Rodó und erfreue mich am üppigen Grün, am Brunnen und an den kleinen Seen – Entspannung pur.

Dann mache ich mich auf den langen Weg zum Hafen, um  mein erstes gegrilltes Fleisch (Asado) zu genießen. Eine sehr nette Verkäuferin hat mir gestern ein Lokal empfohlen, zwar das teuerste im Markt, aber es soll auch das beste sein.

Die Paganini-Uhr wurde für den Markt extra aus Liverpool importiert.

Tatsächlich kann ich das El Palenque wärmstens empfehlen. Die Portionen sind riesig, das Fleisch perfekt gegart und der Salat hervorragend. Diese Portion bekomme ich um umgerechnet ca. 40 Euro. Ich habe das Gefühl, für 3 Tage satt zu sein.

Das imposante Zollgebäude am Hafen.

Ich beschließe, länger in Montevideo zu bleiben und schlendere gemütlich Richtung Hotel. Morgen geht es nach Punta del Este.

Teil 9

Um 1/2 9 geht es los Richtung Punta del Este, der Ort für alle ganz Reichen und Schönen in Uruguay bzw. Südamerika. Auf den Weg dorthin liegt das Museo Casapueblo des Künstlers Carlos Páez Vilaró. Das Haus des Künstlers ist bis auf private Räumlichkeiten zu besichtigen. Es liegt wunderbar mit herrlichen Blick auf den Fluss und erinnert mich an Gaudí.

Punta del Este ist jetzt im Herbst in hübsches Städtchen, zeigt sich jedoch schon auch mondän. Herrliche Villen und Häuser, Hotels und Geschäfte der obersten Liga, wunderschöne Schiffe im Hafen – doch, wie gesagt, hier ist beginnender Herbst, die Hauptsaison ist vorbei und die Gäste, die im Sommer den Ort um ein vielfaches der Einwohner überrennen sind weg.

Selbstverständlich ist die Skulptur des chilenischen Künstlers Mario Irrazábal das begehrteste Fotoobjekt aller Touristen hier.

Die Seehunde sind mir auch wohlgesonnen und 2 davon zeigen sich brav für Touristen am Hafen.

An genau dieser Stelle trifft der Río de la Plata auf den Atlantik.

Auf der Strecke von Montevideo bis hier her fällt mir auf, dass das Land sehr sauber ist. Sicher, auch hier sehe ich hin und wieder Kunststoffflaschen oder Kunststoffsäckchen herumliegen oder -fliegen, dennoch sind das Ausnahmen.

Wieder geht ein weiterer wunderschöner Tag hier in Uruguay zu Ende.

Teil 10

Heute besuche ich den Busbahnhof Tres Cruces und bin erstaunt. So riesig habe ich mir diesen Terminal nicht vorgestellt. Hier mache ich auch eine ganz neue Erfahrung in diesem Land. Die Angestellten der Reisebusunternehmen sind nicht sehr informationsfreudig. So lerne ich, dass es doch unbedingt nötig ist, die Sprache gut zu beherrschen, denn hier spricht niemand Englisch. Und da ich nicht nur eine Karte kaufen, sondern mich auch beraten lassen wollte, werde ich die Lösung auf einem anderen Weg finden. Darin habe ich ja bereits einige Übung.

Auf dem langen Weg über die Rambla kaufe ich gebrannte Mandeln und stelle fest, dass sie wunderbar schmecken. Dann geht es schnell zum Hotel und ins Teatro Solis. Ich bin überrascht, wie wunderschön der Hauptsaal ist und genieße die Oper.

Am Nachhauseweg erlebe ich dann zum ersten Mal hier auf der Plaza Fabini Tango tanzende Menschen. Die Bewohner der umliegenden Häuser bringen ihre Klappstühle und selbstverständlich ihre Mate-Ausrüstung mit und treffen sich zu Tratsch, Musik und Tanz.

Teil 11

Ich plane einen ruhigen Sonntag und gehe in den Parque Rodó. Dort ist heute Markttag. Wie auch bei uns gibt es die üblichen Stände, auch wenn es das eine oder andere hübsche Angebot gibt. Bei den Mate-Kalebassen werde ich dann doch schwach.

Der Fluss zeigt sich heute von seiner rauhen Seite und spült mir eine große Feder vor die Füße.

Sonntag ist es in der Stadt relativ ruhig, viele Menschen sind an der Rambla und gehen ihren sportlichen Aktivitäten nach. Es gibt Radrennen, Marathonläufe, Fußball, Inlineskaten, Sportgeräte und vieles mehr.

Zu Mittag gibt es heute Chivitos und am Nachmittag ruhe ich mich aus und spüre all den wunderschönen Erlebnissen noch mal nach.

Teil 12

Noch einmal verbringe ich einen ruhigen Tag und lasse mich durch die Stadt treiben, entdecke neue Plätze und Straßen. Der Höhepunkt des heutigen Tages ist der Besuch eines wunderschönen Buchladens. Hier fühle ich mich wie im Paradies, es gibt alles, was mein Herz begehrt,  auch CDs und DVDs. Im oberen Stock ist ein Café und Restaurant, wo man sehr günstig zu Mittag essen kann.

Teil 13

Ich bin immer noch nicht müde, diese wunderschöne Stadt zu erkunden. Sie zeigt mir heute wehrhafte Mauern,  Wohnen unter der Treppe zum Fluss, große Helden, Mate richtig zubereiten und den Liebesbrunnen.

(ich lese einen sehr stimmigen Satz in meiner Sprache 🙂 )

unter dieser Treppe wohnt jemand

Bruno Mauricio de Zabala, der Gründer Montevideos

General Lavalleja hat Uruguay von der brasilianischen Herrschaft befreit (die 33 Orientalen – Trenta y Tres)

Das Mausoleum vom Nationalhelden General Artigas wird noch heute von einer Ehrengarde bewacht.

Teil 14

Weiter geht es mit einem Blick aus dem 22. Stockwerk hinter dem Mercado de la Abundancia.

Anschließend besuche ich den Biomarkt vor dem Mercado und bin erstaunt und begeistert über das umfangreiche Angebot.

Im Palacio Uriarte de Heber ist das Gaucho- und Geld-Museum untergebracht und es gibt Ausstellungen unterschiedlicher Künstler zu bewundern.

Teil 15

Hinaus aus Montevideo geht es Richtung Osten nach Minas. Die Stadt hat ihren Namen von den vielen Minen, in denen Kupfer, Granit und Marmor abgebaut wurden. Außerdem lebten hier auch die indigenen Völker der Guaraní und Charrúa. Die Landschaft ist wunderschön, leuchtet in vielen verschiedenen Grüntönen und es riecht nach den vielen heimischen, wilden Kräutern. Das Landesinnere ist dünn besiedelt und strahlt sehr viel Ruhe und Beschaulichkeit aus.

Heute weiß ich auch, warum meine Trommel mich auf dieser Reise begleitet. Mein Guide kennt einen Schamanin und die besuchen wir.

Eine kurze Rast im Parque Rodó (in vielen Orten gibt es einen Parque Rodó) und in fast jedem Ort gibt es eine Statue vom Volkshelden General Artigas – mal in kleinerer, mal größerer Ausführung.

Im Naturpark Villa Serana genieße ich die Natur…

Natürlich besuchen wir auch das vielfotografierte Ausflugsrestaurant Ventorrillo de la Buena Vista. Hier gibt es herrliche Empanadas und Ruhe, Natur, Grün und Adler, die hier hoch über uns kreisen.

Der Wasserfall Salto del Penitente ist der krönende Abschluss des Tages. Zwar ist der Wasserfall an sich nicht sehr groß, doch die Energie, die hier zu spüren ist, ist zweifellos die Reise wert. Wir verbringen hier längere Zeit, finden immer neue Figuren in diesen alten  Steinwesen und verbinden uns auch mit ihnen, indem wir sie berühren und uns von ihnen berühren lassen.

Was für ein hübscher Kerl – die Augen und der Mund sind deutlich zu sehen.

der Kopf der Schildkröte ragt hier über den Teich

Ein langer Tag, für den ich sehr dankbar bin, geht zu Ende.

Teil 16

Nach der gestrigen, langen Autofahrt bin ich heute zu Fuß unterwegs. Ich gehe zum Leuchtturm nach Punta Carretas. Der Weg führt entlang der Rambla. Es ist wieder ein herrlicher Tag und mein Marsch dauert 1 Stunde bis zum Leuchtturm. 76 Stufen hinauf auf die Aussichtsplattform und dann noch 1 Stunde zurück. Das letzte Stück fahre ich mit dem Bus – ein waghalsiges Unternehmen :-). Als Belohnung gibt es im Café El Brasilero ein wunderbares Rib Eye-Steak und eine große Schüssel Blattsalat. Das Café ist unbedingt einen Besuch wert.

Ausblick von oben

und so bin ich auch am südlichsten Ende von Montevideo angekommen

Teil 17

Dieser Tag ist dem vorbehalten, was mir begegnen mag, denn ich lasse mich einfach führen (die uruguayische Gelassenheit steht mir gut – finde ich) und werde reichlich belohnt. Gleich in der Früh geht es noch mal am Markt des Überflusses die 22 Stockwerke hinauf. Ich möchte die Stadt auch in der Früh von oben sehen. Anschließend komme ich beim Pädagogischen Museum vorbei und besuche es. Ein Kunsthandwerksladen, ein herrliches Mittagessen und das Museo Casa de Gobierno (fotografieren strengstens verboten) folgen. Das Tangomuseum zieht mich magisch an und da hier auch gleich eine Führung des Wahrzeichens der Stadt – des Palacio Salvo – angeboten wird, geht es auch da wieder ganz hoch hinauf. Ein gelungener Tag.

Hier stehen 33 Palmen, die die 33 Orientalen (Trenta y Tres – eine Gruppe von Freiheitskämpfern) symbolisieren.

Teil 18

Mein Reise geht diesmal in den Osten, ca. 70 km vor der brasilianischen Grenze Chuy ist der berühmte Ombú-Wald. Das ist vermutlich der einzige Wald weltweit, in dem sich diese Bäume (auch Elefantenbäume) befinden. Üblicherweise wachsen sie nur einzeln oder max. 2 – 3 Bäume im Verband. Dazu gibt es noch Natur pur.

Ökologischer Tourismus

WC-Zubehör

Die Caiba – die Nationalblume Uruguays

Der Bienenstock einer heimischen Bienenart.

Spiele der Natur

Großvaters Bart

Teil 19

Nun ist er gekommen – mein letzter Tag in Montevideo. Noch einmal gehe ich zum Hafen, schlendere durch die kleinen Gassen in der Altstadt,  fühle die Stadt auf meiner Haut, atme sie ein und immer wieder begegnen mir die wunderschönen alten Häuser. Als Abschluss lädt mich der Dom zu einem Besuch ein.

das Karneval-Museum

das Zollgebäude

Blick in einen Hinterhof

Hasta luego Montevideo!

Teil 20

2 1/2 Stunden dauert die Reise mit dem Bus von Montevideo nach Colonia del Sacramento. Mein Hotel ist sehr einfach, aber – was mir wichtig ist – sehr sauber. Die Lage ist wieder ideal – ich kann zu Fuss vom Busterminal ins Hotel gehen und bequem auch zu Fuss in die Altstadt. Die Altstadt ist wunderschön malerisch, mit den kleinen Häusern im Kolonialstil und grob gepflasterten Strassen. Hier blühen die Bougainvilleas um die Wette, die Sonne begrüsst mich mit 29/30 Grad. Ich verliere mich in den kleinen Gässchen, die überfüllt sind mit Lokalen und Souveniergeschäften und bleibe bis Sonnenuntergang.

Teil 21

Leuchtturmbesteigung am frühen Morgen. Der vorausgesagte Regen bleibt aus und ich verbringe einen wunderbaren Tag in Colonia del Sacramento. Natürlich gehe ich noch einmal bewusst die Gasse „De los Suspiros“ – niemand weiß genau, warum sie so heißt.  Vielleicht, weil hier Sklaven von den Schiffen geladen und weitertransportiert wurden, vielleicht, weil hier Mädchen sich von den Matrosen verabschiedeten oder vielleicht, weil die Einwanderer ein letztes Mal über den Fluss schauten um dann in ihrer neuen Heimat Fuss zu fassen. Ich gehe an einen der Strände von Colonia und schlendere anschließend abseits der Touristenpfade durch die Stadt und werde mit einem ganz besonderen Lokal belohnt. Die Spaghetti sind gut, Salat gibt es keinen. Das ist jedoch egal! Das Haus, die Einrichtung, die Jazzmusik und ich als einzige Hungrige in dem kleinen, liebevoll gestalteten Raum geben mir das Gefühl zu Hause zu sein.

die „Seufzergasse“

einst fuhr ein Zug…

Teil 22

Und noch ein paar Impressionen aus Colonia – wo Bäume aus Autos wachsen, Haartrockner auf der Straße stehen, der Fluss sich nach einer Nacht mit heftigem Sturm und Regen Teile des Landes erobert, Lokalbesitzer mit kreativen Ideen Menschen anlocken und noch mehr…

Haste luego Uruguay!

Teil 23

Bienvenido Buenos Aires!

Und so bin ich wieder in Buenos Aires, der ersten und letzten Station meiner Reise. Auch hier fühle ich mich schon zu Hause, kenne die Wege und stürze mich in das laute Getümmel in der Florida. Ein Ausflug nach San Telmo, La Boca, noch mal in den Hafen und an die Rambla im Norden der Stadt stehen am letzten Tag auf dem Programm.

Dantes „Göttliche Komödie“ wird hier dargestellt – 100 m Höhe (Anzahl der Gesänge) und 22 Stockwerke (Verszahl) – so sagt es der Audioreiseführer 🙂

Fußball, Fußball, Fußball – in La Boca

Skyline am Hafen

Evita – Evita

die Rambla im Norden der Stadt

Uruguay – ein kleiner Teil im Süden dieses Landes offenbart sich mir. Meine Erfahrungen – die Uruguayos sind sehr freundlich und offen, hilfsbereit und gelassen. Mate, Tango, Fußball, Politik sind den Menschen hier sehr wichtig. Obwohl mein Spanisch nicht (mehr) sehr gut ist, werden meine Sprechversuche immer geschätzt und relativ schnell gewöhne ich mich auch an die Sprachmelodie. In diesem Land fühle ich mich immer sicher und sehr schnell wie „zu Hause“ und wer weiß, vielleicht komme ich bald wieder hierher zurück…

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